So bringen Sie Ihren Surfstick auf Trab

Das Internet über Mobilfunk ist zu langsam, alles dauert ewig lange, Ihr Surfstick kommt nicht in die Gänge? Wir zeigen Ihnen, wie Sie das gute Teil auf Trab bringen - mit neuer Software, zusätzlicher Hardware oder ein paar einfachen Handgriffen.

Allerdings: Sie können im Mobilfunk-Netz nicht schneller unterwegs sein, als das Netz selbst hergibt. Anders gesagt: In einem vergleichsweise schlecht ausgebauten Netz, das wenig Tempo bietet, werden Sie keine Spitzengeschwindigkeiten erzielen. Welche Netze wie ausgebaut sind, erfahren Sie auf dieser Webseite. Und in welchem Netz Sie mit Ihrem aktuellen Tarif unterwegs sind, können Sie ebenfalls auf dieser Webseite bei den Artikel über die Tarife und deren Betreiber erfahren.

Tempo messen und Programme aktualisieren

Damit Sie überhaupt wissen, wie schnell Sie derzeit im Internet unterwegs sind, können Sie sich dieses kostenlose Programm http://netspeedmonitor.softonic.de/?ab=3 herunterladen – es zeigt Ihnen die Geschwindigkeiten beim Herunterladen von Daten (Download, im Programm mit D angegeben) und beim Senden von eigenen Daten übers Internet (Upload, im Programm mit U angegeben). Dann können Sie nach den einzelnen Verbesserungen feststellen, wie sich das Tempo erhöht.

Zunächst einmal zur Software-Seite. Es gibt für jeden Surfstick – mitgeliefert vom jeweiligen Anbieter, bei dem Sie den Surfstick gekauft haben – eine Verbindungs-Software. Der kann sich unter Namen wie „Connection Manager“ verstecken oder unter der Bezeichnung „Dashboard“. Mitunter hat die Bezeichnung auch eine erst auf den zweiten Blick erkennbare Verbindung zur Funktion; bei Vodafone beispielsweise unter „Windows Dashboard mit Verbindungsmanager Zero Click Connect“.  Es ist in jedem Fall das Programm, mit dem die Verbindungen zum mobilen Datenfunk gemanagt werden.

Dazu kommen die Treiber, die den Stick an das jeweilige Betriebssystem anpassen und so sein Funktionieren ermöglichen. Auch die sollten möglichst aktuell sein und am besten vom Stick-Lieferanten sein. Zwar laufen die Sticks beispielsweise unter Windows nach dem ersten Einstecken meist von selbst. Für optimales Tempo kann man es aber mit dem  Treiber des Stick-Anbieters versuchen, um den Stick auszureizen.

Und schließlich gibt es noch die sogenannte „Firmware“ – das ist ein auf dem Stick installiertes Betriebssystem des Herstellers, auch dieses wird ab und zu aktualisiert mit sogenannten Updates.

Spätestens hier, müssen wir Sie warnen: Es gibt gerade für die Aktualisierung der Firmware einige Quellen im Internet, die Updates anbieten. Wenn Sie den Stick bei einem Mobilfunkanbieter gekauft haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dieser auch Teile der Firmware angepasst hat. Und dann wird der Stick nicht mehr funktionieren, wenn Sie ihn mit einem irgendwo im Netz gefundenen Update aufnorden wollen.

Schon mancher Stick ging durch solch ein unbedachtes Update perdu – futsch, hinüber, nichts mehr zu machen. Firmware-Updates und andere Updates sollten Sie also aus der Quelle beziehen, von der Sie den Stick gekauft haben. Nur wenn Sie den Stick beim Hersteller oder über einen Zwischenhändler vom Hersteller selbst bezogen haben, können Sie die Firmware-Updates auf dessen Homepage nutzen.

Was die Mobilfunk-Anbieter zusätzlich an Tempobolzen haben

O2 bietet auf seiner Homepage als Programm ein „Tuning Tool“ zum Herunterladen an, dieses soll nach Angaben des Betreibers einen schnelleren Empfang sichern. Vodafone bietet  zum ersten den  „Vodafone Performance Manager“, der die Komprimierung von Daten über den Browser vorantreibt. Man kann damit die Komprimierung der Webseiten variabel einstellen. Das Programm erreichen Sie – allerdings nur wenn Sie einen Anschluss mit einem Vodafone-Datenfunk-Tarif nutzen oder mit einem anderen Tarif im Vodafone-Netz unterwegs sind – unter performance.vodafone.de.

stellt auf seiner Webseite für Geschäftskunden als Programm den „High Performance Client“ zum Herunterladen bereit. Der soll ebenfalls für schnelleres Internet sorgen – unter anderem durch stärkere Komprimierung der Grafikdateien.

Komprimieren mit dem Browser

Womit wir beim Kapitel Komprimieren wären. Was ist Komprimieren? Eine Webseite besteht aus Daten, diese werden in unserem Fall per Mobilfunk übertragen. Je weniger Daten die Webseite enthält, desto schneller kann man sie übertragen. Das Kürzen oder Zurechtstutzen von großen Datenmengen – bildlich gesprochen -  nennt man komprimieren. Darunter leidet allerdings die Qualität der Darstellung; beispielsweise sind die Bilder eher grobkörnig und unscharf, die Schriften nicht mehr ganz so knackig. Flash-Animationen können ganz ausfallen. Dafür lädt die Webseite schneller.

Der Browser Opera bietet eine solche Funktion zum Komprimieren an, die Funktion nennt sich „Opera Turbo“. Man findet sie im Browser unten links, durch einen Klick wird der Turbo eingeschaltet und durch einen Klick ausgeschaltet. Das spart erstens Daten bei der Übertragung – an die 70 Prozent – und erlaubt zweitens ein schnelleres Surfen.

Die Hardware: USB-Verlängerungskabel, Verstärker und Antennen

Mit Veränderungen an der Hardware können Sie eines: Ein vergleichsweise schwaches Signal ordentlich aufnorden. Dazu reichen manchmal ein paar Handgriffe.

Erstens kommt es darauf an, wie Ihr Surfstick positioniert ist. Ganz weit weg vom Fenster, direkt an der USB-Buchse des Rechners, in irgendeiner Zimmerecke – das klingt nicht gut.

Direkt am Rechner stören die elektromagnetischen Felder des Rechners den Funkempfang. Also sollte ein USB-Verlängerungskabel her, das wird in der Regel mit dem Stick mitgeliefert. Dann wird für den Stick die beste Position gesucht. Das ist meist nahe beim Fenster am besten an dem Fenster, das auf den nächstgelegenen Mobilfunkmast Ihres Netzbetreibers zeigt. Wenn das mitgelieferte Kabel zu kurz ist, können Sie ein - bis zu fünf Meter langes - sogenanntes aktives USB-Kabel mit Signalverstärker (auch mit dem englischen Fachausdruck Repeater bezeichnet)  kaufen. Die richtige Position des Surfsticks sowie Kabel plus Verstärker sollten schon einiges bringen.

Wenn Sie das Signal noch weiter verstärken wollen – etliche Sticks bieten einen Anschluss für eine externe Antenne. Die gibt es im Fachhandel. Achten Sie darauf, welche Buchse Ihr Antennenanschluss am Stick hat, eventuell muss ein Adapter her. Und: HSPA+- und LTE-Sticks haben eine interne Doppelantenne – also muss eine ebensolche außen angeschlossen werden, eine alte einfache UMTS-Antenne an einem LTE- oder HSPA+-Stick bringt gar nichts. Infos gibt es im Fachhandel.

Für Bastler, die gerne mal was ausprobieren:  Im Internet kursiert eine Anleitung, wie man aus einem Küchen-Sieb eine UMTS-Parabol-Antenne baut. http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=11945 Nachbauer behaupten: Es funktioniert.