Frequenzen

Surfsticks sind kleine Funkstationen. Sie senden und empfangen auf bestimmten Frequenzen. Wenn Sie einen Surfstick bei einem deutschen Anbieter kaufen, können Sie davon ausgehen, dass er auf den hierzulande gebräuchlichen Frequenzen funkt.

Anders sieht es aus, wenn Sie mit dem deutschen Surfstick ins Ausland fahren oder einen im Ausland erworbenen Surfstick in Deutschland nutzen wollen: Eine technische Voraussetzung für einwandfreies Funktionieren ist die passende Frequenzausstattung – neben anderen Merkmalen wie die verwendeten Funk-Techniken bei der Datenübertragung.

Mehr ist immer mehr!

Generell gilt hier: Je mehr Frequenzen Sie mit Ihrem Stick an Bord haben, desto universeller ist der Stick einsetzbar. Allerdings: Sticks, die alle Frequenzen aller Anbieter an jedem Ort weltweit abdecken gibt es nicht. Aber Sie können durch eine Vielzahl von Frequenzen sicherstellen, dass Sie an den meisten Reisezielen zumindest einen Anbieter finden, dessen Netz Sie nutzen können.

Soweit so einfach. Nun wird es etwas schwieriger: Bei den Frequenzen müssen wir noch einmal unterscheiden, in welchen Mobilfunknetzen wir unterwegs sind: In GSM-Netzen, die nur eine geringe Übertragungsgeschwindigkeit von bestenfalls rund 200 Kilobit pro Sekunde zulassen, oder in UMTS-Netzen, die in manchen Ländern schon eine theoretische Höchstgeschwindigkeit von 42 Megabit pro Sekunde beim Herunterladen von Daten anbieten und gar in LTE-Netzen, die theoretisch 100 Mbit/s anbieten. Jede Netzart – also GSM, UMTS und LTE - wird in verschiedenen Ländern auf jeweils unterschiedlichen Frequenzen betrieben.

Das Optimum: Vier Frequenzen für GSDM, vier für UMTS

Das derzeitige Optimum sind Surfsticks, die jeweils vier Frequenzen für GSM-Netze und vier für UMTS-Netze anbieten, die sogenannte Quadband-Lösung: Hier wird in beiden Netzen auf 850, 900, 1900 und 2100 Megahertz gefunkt. Damit sollten Sie in einer maximalen Zahl von Ländern eine mobile Internetverbindung herstellen können.

GSM-Quadband, also vier Frequenzen im GSM-Bereich bieten derzeit viele Surfsticks. Quadband in UMTS-Netzen ist eher selten: Gute Sticks haben manchmal drei Frequenzen an Bord, (850, 1900 und 2100 MHz)  oft auch nur zwei – was die Anwendung im Ausland  einschränkt.

LTE Surfsticks: Kein weltweiter Einsatz in Sicht

Noch komplizierter wird die Lage bei den LTE-Surfsticks – denn auch hier wird auf höchst unterschiedlichen Frequenzen gesendet. In Deutschland sind dies die Frequenzen 800, 1800  und 2600 Megahertz. In Österreich wird LTE einstweilen nur auf 2600 Megahertz betrieben, ebenso wie in Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland. In den USA bietet Verizon Wireless diese Technik auf 700 Megahertz an, Metro PCS sendet mit dieser Technik  ebenfalls in den USA - aber auf 1700 Megahertz. In Polen will der Anbieter Mobyland ein LTE-Netz auf 1800 Megahertz aufbauen.

Wenn Sie ein Modem suchen, mit dem sie weltweit in den schnellsten Netzen surfen können – dann haben Sie Pech. Denn die LTE-Modems müssen nicht nur LTE beherrschen, sondern am jeweiligen Standort auch eine verfügbare Ausweichtechnik mit hoher Übertragungs-Geschwindigkeit anbieten – und zwar auf den dazugehörigen Frequenzen, die ebenfalls unterschiedlich sind. Surfsticks, die eine solche Fülle an Datenfunktechniken und Frequenzen beherrschen gibt es nicht.

Wenn Sie also global mit einem Surfstick unterwegs sind,  müssen Sie einstweilen auf LTE verzichten. Hier sind UMTS-Sticks mit einer möglichst üppigen Frequenzausstattung – mindestens drei, besser vier Frequenzen für UMTS und in jedem Fall vier für GSM-Netze – die erste Wahl. Wollen Sie LTE vor Ort nützen, sollten Sie sich im Gastland einen passenden Stick kaufen.