Sim-Lock und Net-Lock

Surfsticks sind oft in ihrer Nutzung von Sim-Karten eingeschränkt, auch wenn physisch alle Standard-Sim-Karten mit dem Format 25 mal 15 Millimeter in den Slot passen. Es gibt Software-Sperren, die von einer Festlegung auf ein Nutzungsland über ein bestimmtes Netz bis hin zur Beschränkung auf eine einzige Sim-Karte reichen.

Diese Sperren gibt es

Manche Surfsticks sind auf ein Nutzungsland festgelegt. Diese Ländersperre legt einen Stick auf Sim-Karten fest, die aus einem vorgesehenen Land stammen. Dies wird vor allem dann zum Problem, wenn man sich einen Stick im Ausland kauft und hierzulande nutzen will.

Der Net-Lock geht einen Schritt weiter und beschränkt die Nutzung eines Sticks auf Karten eines Netzbetreibers. Man kann von diesem Betreiber mehrere Karten erwerben und verwenden, alle anderen sind jedoch ausgeschlossen.

Die häufigste Sperre ist der Sim-Lock. Damit ist ein Surfstick auf genau eine Sim-Karte festgelegt. Diese Sperre, auch Full-Lock genannt, schließt alle anderen Sim-Karten auch des gleichen Anbieters aus. Geht die Sim-Karte kaputt, muss man eine Karte neu bestellen. Gerade bei günstigen Surfstick-Paketen ist die neubestellte Karte so oft teurer als das ursprüngliche Paket.

Vertrags-Geräte sind oft nicht gesperrt

Bei den Netzbetreibern geht der Trend mittlerweile dahin, Surfsticks mit Verträgen ohne Sim-Lock zu verkaufen. So hat man die Möglichkeit, zum Beispiel im Urlaub eine ausländische Prepaid-Sim-Karte zu nutzen, ohne gleich auch einen neuen Stick kaufen zu müssen. Dem Netzbetreiber entsteht kein Schaden, denn der Vertrag läuft sowieso weiter; die Kosten für den Stick sind auf jeden Fall gedeckt.

Bei ihren Prepaid-Angeboten hingegen verwenden die Netzbetreiber oft eine Sim-Sperre, da sie nur etwas verdienen, wenn man auch ihre Sim-Karte wirklich verwendet. Viele Prepaid-Discounter hingegen sperren ihre Surfsticks nicht, allerdings zahlt man dort oft ähnliche Preise wie im freien Handel.

Tipps für den Surfstick-Kauf

Egal, wo Sie einen Surfstick kaufen: Fragen Sie nach, ob eine Sperre vorliegt und wenn ja, welche. Am besten, die Information liegt schriftlich vor. Ebenso sollten Sie sich über die Dauer der Sperre informieren. Es ist nämlich auch möglich, dass die Sperre nach einem gewissen Zeitraum, meist etwa 24 Monaten, abläuft. Will man den Surfstick vorzeitig freischalten, zahlt man eine Freischaltungsgebühr von rund 100 Euro.

Will man den Sim-Lock ohne die Zahlung der Gebühr loswerden, bewegt man sich schnell im rechtlichen Risikobereich. Die Rechtsprechung ist international sehr unterschiedlich: Während in Finnland das Sperren von Geräten verboten ist, macht man sich in Ungarn durch das Entsperren strafbar.

Derzeit (Stand 2011) gibt es in Deutschland bei der Frage zur Strafbarkeit einen Trend: Ja es ist strafbar. Nach unserem Kenntnisstand liegen dazu bislang zwei Amtsgerichtsurteile vor, die sagen: Das Entfernen eines Sim-Lock ist strafbar. Richtungsweisende Urteile höherer Instanzen gibt es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.